Mehrweg auf den Punkt gebracht – Erstes Containerdorf für Studenten in Deutschland

ContainerdorfSeecontainer sind Paradebeispiele einer erfolgreichen Mehrwegverpackung. Im Laufe ihres Lebenszyklus beherbergen Sie die unterschiedlichsten Güter und schützen diese auf ihrem langen Weg von einem Ende der Welt zum anderen vor schlechtem Wetter und Beschädigungen. Dafür sind sie schließlich auch gefertigt – aus robustem Stahl, der auch nach vielen Jahren nichts von seiner Stabilität verliert. Doch das selbst nach ihrer „Ausmusterung“ aus dem aktiven Dienst zur See noch lange nicht Schluss ein muss, zeigt ein Projekt in Berlin. Dort entsteht aus ausgemusterten Seecontainern das erste echte Containerdorf für Studenten. Unter dem wohlklingenden Namen „Franky & Johnny Plänterwald“ wächst an der Eichenbuschallee Nummer 51 eine Wohnsiedlung für Studierende, die für Deutschland Modellcharakter haben dürfte.

Komfort im Container

Ganz günstig ist der Spaß natürlich nicht. Verständlich, denn die zu Studentenwohnungen umgebauten Container bieten allen Luxus, den sich ein Student nur wünschen kann. Unter der harten Schale verbirgt sich eine komplett ausgebaute Wohnung mit softem Kern. Dabei wurde beim Ausbau besonders darauf geachtet, dass sowohl eine hochwertige Wärmedämmung vorhanden ist als auch eine Schall-Entkopplung von der metallischen Außenhülle der Container erfolgt. Wer also annimmt, das die Container-Wohnungen im „Franky & Johnny“ Containerdorf rumpelnd und laut sind, der liegt falsch. Bei der Innenausstattung wurde indes ebenso nicht gespart. Neben einer eigenen Nasszelle bieten sie einen Wohnbereich sowie eine eigene Küche, in der sich die Studenten selbst versorgen können. Selbstverständlich wird auch der Informationsbedarf der Studierenden gedeckt – ein Highspeed-Internetanschluss ist ebenfalls für alle Wohnungen im Containerdorf verfügbar. Somit haben die ausgedienten Seecontainer vielen herkömmlichen Studentenwohnungen sogar etwas voraus. Der Um. und Ausbau wurde hochwertig ausgeführt und das Interesse an den Wohnungen im Container ist groß: Es gibt weit mehr Interessenten, als es verfügbare Wohnungen gibt.

Mieten all inclusive

Wer den genannten Komfort im Containerdorf „Franky & Johnny Plänterwald“ für sich in Anspruch nehmen möchte, der muss selbstverständlich auch dafür zahlen. Dabei bieten die Betreiber ein „All inclusive Modell“ mit für die Studenten durchsichtigen und durchaus tragbaren Kosten. Insgesamt bietet das Containerdorf Platz für rund 400 Studenten. Die Wohneinheiten teilen sich auf in Einzimmer- und Zweizimmer-Apartments sowie Containerwohnungen für 3 Personen. Geplant sind 235 Einzelzimmer, 65 Doppelzimmer und 11 Wohnungen für 3 Personen. Selbstverständlich sind gerade die Doppel- und Dreifachzimmer nicht auf einen Container beschränkt. Denn dieser würde mit rund 24 Quadratmetern Grundfläche nun doch etwas zu wenig Platz für 3 Schlafzimmer plus Küche, Bad und Wohnzimmer bieten. Doch dank intelligenter Planung und dem einfach zu bearbeitenden Werkstoff Stahl lassen sich Gottlob auch mehrere ausgediente Seecontainer zu einer Wohneinheit zusammenfassen. Die Kosten für Strom, Gas, Internet und Müllabfuhr sind in die Mieten bereits eingerechnet. Sie betragen voraussichtlich 389 Euro pro Monat für ein möbliertes Zimmer und 349 Euro für einen Container ohne Möbel. Zweibett- bzw. Dreibettwohnungen schlagen mit 778 bzw. 1167 Euro zu Buche.

Leben in Kompakt-Bauweise

Das Prinzip des Containerdorfs ist ebenso einfach wie genial: Die einzelnen Seecontainer, bei denen es sich um High Cube Modelle mit 12 Metern Länge und etwa 2,5 Metern Breite handelt, werden einfach, wie auch auf Frachtschiffen, neben- und aufeinander platziert. Im Gegensatz zum Einsatz im Güterverkehr sind sie jedoch als Wohneinheiten fest miteinander verbunden, um unseren Bauvorschriften gerecht zu werden. Der Zugang zu den einzelnen Studentenwohnungen wird unter anderem mittels Außentreppen realisiert. Selbstverständlich erhalten die Container im Verlaufe des Umbaus natürliches Licht durch in die Wände eingesetzte Fenster mit hohem Dämmwert.

Wohnen im Container – keine neue Idee

Das Containerdorf Franky & Johnny bedient sich der nicht mehr ganz neuen Idee der Wiederverwertung von Seecontainern als individuell gestalteter Wohnraum. In den Vereinigten Staaten und auch in Europa, etwa in den Niederlanden, wird dieses Konzept schon länger erfolgreich eingesetzt. Sowohl als Garten- oder Gästehaus als auch in Form transportabler Eigenheime sowie eben für ganze Wohnsiedlungen werden in den „Ruhestand“ versetzte Seecontainer dort schon seit längerem für Wohnzwecke nutzbar gemacht. In Zeiten knappen und teuren Wohnraums sind sie eine sinnvolle und zudem intelligente Alternative zum herkömmlichen Wohnungsbau. Wohnsiedlungen wie „Franky & Johnny“ lassen sich recht einfach standardisieren und können bei Bedarf modular und ohne großen Aufwand erweitert werden. Selbstverständlich müssen für solche Projekte die gängigen Vorschriften eingehalten und wie bei einem „normalen“ Bauprojekt, die erforderlichen Genehmigungen eingeholt und erteilt werden. Dennoch wird das Beispiel aufgrund seiner vielen Vorzüge bestimmt Schule machen.

Am Ende will euch noch zwei Videos zeigen:

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